Alfred Haidacher

 

 

Geboren 1962 in Graz; Volksschule und AHS in Graz; Studium an der Karl Franzens Universität Graz ab 1980 (Germanistik, Musikwissenschaft, Klassische Philologie: Grie-chisch); die 1985 begonnene Dissertation „Christoph Martin Wieland als Musikdramatiker“ wird nie abgeschlossen; seit 1983 Schauspielausbildung bei Peter Uray, Hertha Heger, Willi Bernhart, Robert Casapiccola und vielen anderen; Abschluß der Ausbildung vor der Paritätischen Prüfungskommission für den Bühnenberuf in Wien; parallel dazu Arbeit bei Grazer freien und weniger freien Gruppen (hauptsächlich am „Theater im Keller“); Ausbildung und Arbeit als Tänzer (meist für Werbezwecke) bei Andras Kurta, Judith Strauß, Michaela Horvath, Marjoleine Brier, Elisaweta Kusewska, Eilewen Nemet u. a. (Arbeit als Tänzer: 1983 bis 1986); 1984 Grazer Schauspielhaus (in: F. Wedekind, „Frühlingserwachen“), 1992 bis 1994 Opernhaus Graz („Anatevka“, „Sorbas“).

 

   Seit 1981 als Schauspieler am Theater im Keller in Graz tätig; seit Herbst 1992 gemeinsam mit Norbert Hainschek Leiter des Grazer „Theaters im Keller“; Tätigkeit als Dramaturg, in Projektorganisationen und seit Mitte der 80er-Jahre auch als Regisseur und Theaterpädagoge; führte insgesamt drei Schauspielschüler bis zur Bühnenreifeprüfung und leitet den Freigegenstand Darstellendes Spiel an einem Grazer Gymnasium; gegenwärtig drei Schüler; leitet Präsentationsseminare für die verschiedensten Zielgruppen (Schüler, Pädagogen, Kleriker u. a.).

 

   Derzeit organisiert und leitet er mit Norbert Hainschek das von ihm entworfene Projekt „Unbekannte Nachbarn“ für „Graz 2003“; in diesem Projekt wurden seit Herbst 1998 bereits insgesamt zwölf kroatische, slowenische, ungarische und italienische Theaterstücke entdeckt, übersetzt und als deutschsprachige Erstaufführungen, bzw. Uraufführungen am Grazer „Theater im Keller“ präsentiert; seit Mitte 2001 läuft auch ein die Nachbarländer Slowenien, Italien und Ungarn überspannender Dramatikerwettbewerb im Auftrag der Intendanz von „Graz 2003“, der von Alfred Haidacher und Norbert Hainschek kuratiert wird.

 

   Nebenbei schreibt er fürs Kabarett; mit der Gruppe AHA (Arthur Fandl, Hubert Paar, Alfred Haidacher; später auch mit Werner Haber) in Graz und Wien tätig (bis 2000); gemeinsam mit Mistreiter Hubert Paar als Herausgeber hat er im Oktober 2001 das Buch „Schauspielzeiten“ in der neuen „Edition TiK“ herausgebracht; das nächste Buch soll Ergebnisse des Projektes „Unbekannte Nachbarn“ präsentieren und befindet sich für Anfang 2003 in Vorbereitung; Alfred Haidacher stand bis März 2002 in einhundertachtundfünfzig verschiedenen Rollen auf den verschiedensten Bühnen und hat über sechzig Inszenierungen hinter sich. Für rund dreißig seiner eigenen und fünf Fremdinszenierungen hat er auch die Bühnenbilder gestaltet. Mehrere Bühnenmusiken und Songs; drei Stückübersetzungen aus dem Englischen (Evald Flisar, „Morgen“ für „Unbekannte Nachbarn“; W. Skakespeare, „Was ihr wollt“ und Oscar Wilde „Lady Windermeres Fächer“ für Grazer freie Gruppen), sowie eine völlige Umarbeitung und Neuübertragung des Stückes „Der Geizige“ (Skup) des „kroatischen Shakespeare“ Marin Drzic. Alle diese Übersetzungen wurden auch erfolgreich aufgeführt. Besonderen Zuspruch fand die Uraufführung der Drzic-Version im Sommer 2000 im Hof des Grazer Palais Attems.

 

   Derzeit bereitet Alfred Haidacher das nächste Schuljahr für seine Schüler im Darstellenden Spiel vor (Schüleranzahl schwankt zwischen knapp dreißig und über einhundert Teilnehmern); mit Norbert Hainschek treibt er den Autorenwettbewerb „Unbekannte Nachbarn“ in der Endphase an und bereitet eine Saison der Realisierung der Siegerstücke im Theater im Keller/Graz vor (2002/03); gleichzeitig konzipiert er für die Spielzeit 2003/04 ein writer in residence-Projekt für das Theater im Keller.

 

   Alfred Haidacher war und ist Mitglied mehrerer Wettbewerbsjuries (österreichweite Dramatikerwettberwerbe des Theaters im Keller/Graz; drei Mal für den renommierten Grazer Kleinkunstvogel/Kleinkunstbühne „Hin & Wider“/Graz, aber auch im Mai 2002 für „Graz lebt auf“, ein Festival des engagierten Schülertheaters u. a.).